2. Buch

Nach langen Debatten mit und wertvollen Hinweisen durch die Autorenwerkstatt habt ihr hier den Anfang meines neuen Buches. Sas a Moris Orakel - Der Winter
In der 1. Fassung. Und der ist  schon richtig lesbar.
Viel Spaß damit.
Teil 2 und 3 des Prologs werden ganz schnell "nachgeliefert".


10000 Jahre zuvor.

Es gibt unendlich viele Dimensionen. Irgendwo zwischen all diesen fantastischen Umgebungen voller Wunder - im Between - existieren die Enlighter. Wie kosmischer Nebel schweben sie im Irgendwo und Irgendwann. Sie sind leuchtende Farben, unhörbare Symphonien.
Jeder Farbton, jeder Klang, individueller persönlicher Ausdruck eines Bewusstseins, dass Viele in Einem ist.   
Und die Enlighter entdecken ein Universum voller Sterne. Ein faszinierendes Universum, das sie auf ihren Gedankenreisen fast zufällig finden. Allerdings... hier müssen sie sich einfügen in die geltenden Regeln von Raum und Zeit, um es korrekt wahrnehmen zu können.
Denn die Enlighter wollen dort etwas verweilen. Weil sie eine Spezies entdeckt haben, die ebenfalls ein Bewusstsein entwickelt hat. Das ist selten in allen Universen.
DIESES Bewusstsein nennt sich selbst: Mensch. Und fängt etwas ganz unentschuldbares mit seinen Fähigkeiten an. Es vernichtet sich und seinesgleichen freiwillig (!) selbst.
Sofort erkennen die Enlighter eine Herausforderung an ihre überragenden Fähigkeiten.
Die, etwas weit friedlicheres aus dieser Spezies zu gestalten. Eine Herausforderung, die nach einer eingehenden Beratung aller einzelnen Bewusstseinselemente, von den Enlighter angenommen werden möchte.
Aber sie müssen sich einfügen. In die Regeln der Zeit. Gestern, Heute, Morgen.

Nach einer erneuten eingehenden Beratung aller Bewusstseinselemente teilten sie sich in zwei Polaritäten. Eine männliche und eine weiblichen Verkörperung ihrer Selbst. Denn nur so konnte man "Menschen" besser verstehen - diese Aufteilung schien eine der Voraussetzungen für die vorgefundenen Konflikte zu sein.
(Was die Enlighter nicht berücksichtigten, war, dass auch die Götter, wenn sie sich menschliche Gestalt geben... menschlich werden.  MIT den Körpern, aufgeteilt in Polaritäten, ergaben sich natürlich auch die üblichen Konflikte zwischen männlich und weiblich. Die übersehen werden würden, weil Konflikte kein Bestandteil ihres Wesens gewesen waren.... bis:)
Und natürlich schufen sie sich die dazugehörigen Körper. Die einzig mögliche Erscheinungsform in diesem Universum, welche direktes Handeln vor Ort ermöglichte.
Für DAS Experiment.
Und es war den Enlightern gelungen:
Aus dem unbedeutenden Mond eines kleinen Sonnensystems der Menschen den Planeten Nasdhoor zu gestalten. Die Enlighter wählten einen Mond aus, der praktischer Weise eine Forschungsstation der Menschen beherbergte, die aus verschiedenen Rassen bestand.
Die vorgefundene Technik war natürlich primitiv, es dauerte einige Zeit, sie angemessen weiter zu entwickeln. Ebenso lange - oder eher noch länger - dauerte es, kunstvoll angelegte Gebiete zu kreieren, die durch hohe Bergketten voneinander getrennt waren. Damit sich jeder von ihnen geschaffene Menschentyp in Ruhe entwickeln konnte.
Das Ganze dann mit einem Ozean zu umgeben.
Zu beobachten, wie die Menschen  - nicht ganz so friedfertig wie erwartet, aber erheblich zivilisierter als ihr Ursprung - sich ausbreiteten, entwickelten, eine Zivilisation entstand. Mehrere eigentlich, weit voneinander entfernt.  

Nun, da die Herausforderung - ganz wie erwartet - bewältigt worden war, konnten und wollten die Enlighter in ihre eigene Dimension zurück. Das Between. Heimat ohne Zeit und Raum. Wenn sie es, begrenzt durch ihre Körper, nur wiedergefunden hätten...

In einem Schloss aus Glas stand die männliche Polarität vor den Monitoren und beobachtete im Hauptschirm das weibliches Gegenstück. Sie schien bereit zu sein, sich den zeitlosen Feldern der Kristalle anzuvertrauen, um einen Weg zurück ins Between zu suchen.
Er würde ihr folgen, doch nicht sogleich.
„Anweisung 3: Achte auf einen Gegenstand, der Aussieht wie ein Schwert.“ hörte er, und die Stimmen der weiblichen Polarität hallten durch die Höhle ihres Wächters. Ein Wächter, der einem Drachen glich. Eine ihrer Kreationen (er persönlich hielt diese sentimentale Anwandlung für völlig unangemessen, aber letztendlich war es gleichgültig in welcher Form die Wächter ihre Aufgabe erfüllten).
„Sei vorsichtig damit, er ist auf unsere Schwingungen fixiert. 4/001, sollte das Experiment gefährdet sein, wirst du mich wecken. Hast du das verstanden?“
Der Wächter antwortete, versiegelte die Plattform mit den Kristallen und schloss die Kuppel.
Im Monitor war zu sehen, wie er die Höhle durchsuchte und schließlich im Fahrstuhl verschwand.
Der Enlighter wog nachdenklich das Schwert in seinen Händen.
Natürlich konnte der Wächter es nicht finden, denn es befand sich längst in seinem Glaspalast. Unglaublich eigentlich, dass das weibliche Gegenstück eine Waffe erschuf, die seine Wächter (natürlich auch in Form von Drachen) vernichten konnte. Und ihn unter Umständen schutzlos einer Spezies überließ, die trotz allem unberechenbar war.
Ihr Eigentum zu vernichten kam nicht in Frage, doch es sicher unter zu bringen - stand ihm zu. Die männliche Polarität wusste auch schon wo.
Bei einem seiner Experimente. (Die nie ihren Beifall gefunden hatten). Und bevor auch er sich in den zeitlosen Feldern der Kristalle auf die Suche konzentrieren konnte, mussten beide Experimente vollendet werden.
Die ursprüngliche Idee war ein von ihm selbst entwickeltes Volk, das als Erinnerung an die Enlighter in diesem Universum zurück bleiben würde. Mit einem Teil ihrer Eigenschaften. Codiert in die Gene der Menschen.
Der Enlighter runzelte die Stirn. Allerdings würden zwei Völker zurück bleiben.
Denn bei seinem ersten Versuch, die genetischen Codes der Enlighter mit denen der Menschen zu vereinen, war ein Volk entstanden, das kraftvoll, aggressiv und zum Risiko bereit war. Entschieden zu aggressiv.
Er hatte ihnen einen Park zur Verfügung gestellt. Wälder, die bis zu den Bergketten reichten, Seen. Doch nichts schien sie dazu bewegen zu können, dort auch zu bleiben. Sie forschten, lernten, und versuchten sich auszubreiten. Es konnte nicht mehr allzu lange dauern, und sie würden den Weg von den Höhlen unter der Seenkette bis in das Glasschloss entdecken.
Ein solches Risiko konnte er während seiner "Reise" nicht eingehen.
Sogar seine eigenen Wächter waren möglicherweise nicht in der Lage dazu, seinen Schlaf vor dieser Kreation zu schützen.
Zwar hatte der Enlighter seinen so kunstvoll konstruierten Glaspalast durch eine unterirdische, undurchdringliche Barriere aus ebenso kunstvoll konstruiertem, kristallharten Quarz isoliert - doch genügte dies, seinen Körper während der Suche zu schützen?
Könnte es nicht dennoch möglich sein, dass dieses missratene Volk in sein Schloss eindrang? Und wären seine Wächter dann in der Lage dazu, ihn ausreichend schützen?
Oder war es nicht sinnvoller, ALLEN Eventualitäten vorzubeugen?
Der Enlighter beschloss, das Schwert/die Waffe dem Volk zu übergeben, dass als zweites, (gelungenes) Experiment, seinen ganzen Beifall fand. Er war die männliche Priorität. Nichts! würde dem Zufall überlassen bleiben.

Er wandte sich den Dateien zu, die das Klima des Mondes überwachten und regelten.
Die Oberflächentemperatur Nasdhoors musste sich lediglich um einen Strich auf der Skala senken, um ein kleines, extrem kaltes Polargebiet zu schaffen, aus dem es kein Entkommen gab. Eis und Stürme würden seinen ersten Versuch dort isolieren.
Dann rief er die Programmierung seiner persönlichen Wächter im Hauptschirm auf und veränderte eine Zeile. Aus: „Bewache und Schütze“ wurde: „Vernichte, was mich bedroht.“
Einen Augenblick dachte er nach, genügte dies als Schutz? Nicht ganz.
Zwar war ein Universum wie dieses unbedeutend, (ein winziger Mond mit Menschen darauf ohnehin) - doch die Verkörperung eines Enlighters darin keineswegs. 
Der Enlighter fügte der veränderten Programmierung seiner Wächter einen weiteren Befehl hinzu. Wurde ihre Datenübertragung an das System unterbrochen - musste sich die Klimaregulierung abschalten. Nach und nach konnte so aus Nasdhoor eine Welt aus Eis werden.
Mit einem nicht endenden Winter. Der es jedwedem Lebewesen das übrig bleiben mochte, unmöglich machen würde, sein Schloss zu erreichen.
Endlich blieb nur noch ein Letztes zu tun.
Die männliche Polarität betrachtete im Monitor einen Wald mit Mammutbäumen, den er für seinen zweiten, gelungenen Versuch kreiert hatte. In den Kronen der Bäume waren Paläste aus Glas. Natürlich. Nichts anderes als etwas, das dem seinen glich, kam für sie in Frage. Durch nichts zu vernichten, mit unerschöpflichen Energiequellen.
Die passende Heimat für SEIN Volk.
Schon jetzt gefiel ihm ihr besonnenes, ruhiges Verhalten, das nahezu aggressionsfrei war.
Er würde ihnen das Schwert bringen. Als Erinnerung und Artefakt. (Dort war es vor den Menschen sicher). Und dann endlich der weiblichen Polarität auf der Suche nach dem Weg ins Between folgen.

Während einer seiner eigenen Wächter Kristalle in die dafür vorgesehenen Öffnungen schob, damit sie ein Feld ohne Zeit und Raum erschaffen konnten, nahm das Farbenspiel der Kristalle mehr und mehr zu.
Das Schloss aus Glas wurde zu einem sich auflösenden Schatten.
In dem die männliche Polarität plötzlich das weibliche Gegenstück wahrnahm.
Sie stand vor der Kuppel aus Licht und hielt 3 silberne Objekte in ihren Händen. Als seine Entitäten sich den Dimensionen der Universen hinzufügten, hörte die männliche Polarität noch: "DIES wird VIELLEICHT den Untergang unserer Welt verhindern. DARÜBER muss  noch beraten werden."
Ihre Stimmen klangen erzürnt - vorsichtig formuliert.           

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